In letzter Zeit spreche ich immer wieder mit Menschen...
In letzter Zeit spreche ich immer wieder mit Menschen, die mir sagen: "Ich suche meine Berufung." Manche sagen es mit Zuversicht. Andere klingen resigniert.
Wenn du dich jetzt gerade wieder erkannt hast, dann bist du nicht allein.
Die einen halten die Berufung für einen Mythos. Die anderen suchen ihr Leben lang danach. Was stimmt?
Die 3 größten Mythen über die Berufung
Mythos 1: Wenn du tust, was du liebst, wirst du erfolgreich.
Das klingt schön. Es ist aber nur die halbe Wahrheit.
Eine Studie der Stanford University zeigt: Menschen, die ihre Leidenschaft zum Beruf machen, bleiben entweder offen für neue Interessensgebiete - oder starr auf eine einzige Fähigkeit fixiert.
Nur weil du etwas liebst, heißt das nicht, dass du davon leben kannst.
Mythos 2: Wenn du liebst, was du tust, fühlt es sich nicht wie Arbeit an.
Dieser Spruch ist beliebt. Er ist aber Quatsch.
Jede Arbeit hat unangenehme Aspekte. Der Unterschied ist: Wenn du deine Berufung gefunden hast, nimmst du die unangenehmen Teile in Kauf.
Mythos 3: Du weißt von Kindheit an, was deine Berufung ist.
Wir entwickeln uns ständig weiter. Was du mit 8 Jahren wolltest, sagt nichts darüber, was dich mit 40 erfüllt.
Was die Wissenschaft über Berufung sagt
Das Ikigai-Konzept
Ikigai ist ein japanisches Konzept. Es bedeutet: "Wofür es sich zu leben lohnt."
Im Westen wurde es durch ein bekanntes Venn-Diagramm populär. Es vereint vier Bereiche:
- 1.Was liebe ich?
- 2.Worin bin ich gut?
- 3.Was braucht die Welt?
- 4.Wofür werde ich bezahlt?
Die Schnittmenge ist das Ikigai.
Studien zur Arbeitszufriedenheit
Die Arbeitszufriedenheits-Studie 2024 von Yer Deutschland zeigt: 83 Prozent der Arbeitnehmer sind zufrieden. Aber 42 Prozent fühlen sich unterfordert.
Die Top-3-Verstärker für Zufriedenheit sind:
- 1.Besseres Gehalt (56 Prozent)
- 2.Flexiblere Arbeitszeiten (41 Prozent)
- 3.Das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun (34 Prozent)
Sinnhaftigkeit gewinnt an Bedeutung.
4 Schritte zur eigenen Berufung
Schritt 1: Stelle die richtigen Fragen
Nimm dir Zeit. Stelle dir diese Fragen:
- →Wann hatte ich zuletzt echte Energie bei der Arbeit?
- →Wofür würde ich auch weniger Geld akzeptieren?
- →Was würde ich tun, wenn Geld keine Rolle spielte?
Schritt 2: Finde deine Schnittmenge
Male vier Kreise auf ein Blatt: Was ich liebe, Worin ich gut bin, Was die Welt braucht, Wofür ich bezahlt werde.
Wo überschneiden sie sich?
Schritt 3: Akzeptiere Unvollkommenheit
Vielleicht wirst du nie alle vier Bereiche perfekt vereinen. Und das ist in Ordnung.
Berufung bedeutet, dass du einen Sinn in dem siehst, was du tust.
Schritt 4: Gestalte aktiv
Berufung wird nicht gefunden. Berufung wird gestaltet.
Das zeigt die Forschung von Amy Wrzesniewski von der Yale University. Sie nennt es "Job Crafting": Du kannst deinen Job verändern, ohne den Job zu wechseln.
Was jetzt?
Berufung zu finden ist kein Mythos. Aber es ist auch keine magische Entdeckung.
Es ist ein Prozess. Er beginnt mit Fragen. Er erfordert ehrliche Selbstreflexion.
Wenn du dich alleine schwer tust, kann eine Außenperspektive helfen. Als Coach arbeite ich genau an diesem Punkt.
Wenn du bereit bist, sichere dir eine kostenlose Strategie-Session.
